Der grüne Blitz
Theater einmal ganz anders in der Lounge 210 in Bredenbek.
Lediglich 20 Plätze gab es da vor der kleinen Bühne, hinter der die „Strippenzieher“ von Hellriegels junior ihr Stück aufführten: „Der grüne Blitz“, ein Stück nach einem Roman von Jules Verne.

Papa Sam und Papa Sib, die ihre Nichte nach dem Tod ihrer Mutter auf ihrem Landgut aufgenommen und großgezogen haben, wollen Helena, nunmehr Miss Helena, mit Erreichen ihrer Volljährigkeit verheiraten. Auch ein angemessen erscheinender Kandidat scheint schon bereitzustehen. Natürlich kommt es dann ganz anders als geplant.
Die beiden älteren Herren gestehen ihrer Nichte nämlich zu, vor ihrer Zustimmung zu einer Hochzeit das Licht der Erkenntnis zu finden, den grünen Blitz, der der Legende zufolge Weisheit in Liebesdingen bewirkt. Die Gruppe bricht also zu einer Reise an die Westküste von Schottland auf, wo es unter günstigen Wetterbedingungen den besagten grünen Blitz zu sehen gibt.
Während der Reise erweist sich der ausersehene Bräutigam allerdings als ausgesprochen unsensibel und lästig. Und dann verliebt sich Helena auch noch in einen jungen Künstler und so ist der Ausgang der Geschichte schon vorprogrammiert. Der zum Ende des Stückes tatsächlich auftauchende grüne Blitz besiegelt denn auch das Schicksal der Beiden.

Das Besondere an diesem Theater: die Figuren waren von der Theatergruppe eigenhändig kunst- und liebevoll angefertigt und wurden während der Aufführung mithilfe von Spielstäben vor wechselnden Bühnenbildern bewegt.
Die Szenenwechsel durch Austausch der bemalten Hintergrundtafeln gerieten zu einem besonderen Highlight, wurden sie doch durch kurze Sequenzen schottischer Balladen (live gespielt und gesungen) wunderbar überbrückt. Das klang dann so heimelig und so passend zur gespielten Geschichte, dass man sich wünschte, die Umbaupausen möchten doch gerne länger dauern.
Im Anschluss an die Vorführung standen die Theatermacher geduldig zum Fachsimpeln bereit und freuten sich über das große Interesse der Zuschauer an den Hintergründen ihrer Arbeit.
Da nur eine kleine Zuschauerzahl in dem intimen Rahmen der Lounge 210 Einlass finden, gab es am Abend noch eine 2. ausverkaufte Vorstellung.





